
- Helga Berrenrath mit ihren Rittern
Jean Claude Dysli und seine "Raubritter"
Der Lehrgang im November in Köln war für Jean Claude Dysli einmal etwas ganz anderes. Denn dieses Mal nahmen nicht nur Western- und Freizeitreiter teil. Jean Claude Dysli hatte als Teilnehmer erstmals vier waschechte Ritter. Eine Überraschung war es dennoch nicht für ihn, hat er doch selber in Ritterfilmen mitgewirkt und in so mancher Ritterrüstung kam er ganz schön ins Schwitzen, erzählte er Helga Berrenrath.
Die Ausbildung eines Westernpferdes unterscheidet sich nicht wesentlich von der Ausbildung eines Ritterpferdes. Ritterpferde müssen ebenso schnell, wendig und einhändig zu reiten sein wie ein Westernpferd. Ritter-pferde sollten gleichfalls eigenständig, im gestreckten Galopp an der Pallia entlang galoppieren, wenn die Ritter ihre Lanze führen und sich auf ihren Gegner konzentrieren. Bei den verschiedenen Disziplinen wie beispielsweise „Sau stechen“ oder „Ring stechen“ sollte ein Ritterpferd Mut und Vertrauen zeigen.
Axel Neitzel, Reiner Bötig, Martin Holterhoff und Johannes Breuer – der bereits einige Lehrgänge bei Jean Claude absolviert hat – freuten sich somit auf einen tollen Lehrgang.
Bereits am ersten Tag des Lehrgangs schmunzelte Jean Claude Dysli so manches Mal über seine Raubritter – wie er sie liebevoll nannte - . So war der eine oder andere Ritter doch schneller mit seinem Pferde unterwegs, als Jean Claude es wollte. Nun ja, Ritterpferde gehen ja schließlich keinen Schritt, wenn sie in der Schlacht sind!!
Nachdem sich Jean Claude jeden einzelnen Ritter mit seinem Pferd angeschaut hatte, wurde ihm schnell klar, woran einige in punkto Sitz und Zügelführung noch zu arbeiten hatten. Aller Anfang ist schwer und da muss auch ein Ritter durch.
Axel Neitzel war mit seinem noch jungen und unerfahren Quarterhorsewallach Smarty angereist. „Mit meiner Anglo-Araberstute Tonka, die ich von Fohlen an kenne und mit der ich in den letzten zehn Jahren viele Ritterturniere bestritten habe, ist die Umstellung auf ein anderes Pferd, in diesem Fall ein Quarterhorse, gar nicht so einfach“, so Axel Neitzel. „Smarty ist ein ganz anderes Pferd mit einem recht eigenen Charakter und anderen Bewegungen. Für mich war es sehr lehrreich, Jean Claude Dysli auf meinem Pferd zu beobachten, sah man doch die erfahrene Reiterhand und erste Ansätze, wie es in der Folgezeit auszusehen hat. Seine offene und direkte Art der Kritik, - die man sicher nicht gerne hört - öffnete mir die Augen, die eigenen, eingeschlichenen Fehler zukünftig abzustellen“, erzählt Axel Neitzel.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Kommunikation dessen, was Jean Claude allen Teilnehmern vermitteln wollte, gehörte Reiner Bötig ebenso wie Martin Holterhoff zu den Ersten, die nach einem vertiefenden – in einer Pause - mit Jean Claude Dysli geführten Gespräch mit weiteren Erkenntnissen zurückkamen und das Besprochene mit ihren Pferden umsetzten. Somit konnten Martin mit seiner Stute Lutze und Reiner mit Manitu viele wertvolle Anregungen mit nach Hause nehmen. „Es war für mich sehr interessant und aufschlussreich, die Art von Jean Claude Dysli kennen zu lernen“, so Martin Holterhoff. „Jetzt gilt es, auch zuhause das umzusetzen, was uns Jean Claude mit auf den Weg gegeben hat“.
Für Hans Breuer mit seinem jungen Quarterhorse Sir Oblong Fiz Oblong war es bereits der zweite Lehrgang bei Jean Claude. Hans Breuer hatte in diesem Lehrgang das Ziel, seinem Pferd das Angaloppieren aus dem Schritt beizubringen. Dies war gar nicht so einfach. Aus diesem Grund war Jean Claude – wie bei allen anderen Teilnehmern – gern bereit, auch hier in den Sattel zu steigen und die korrekten Hilfen bei der Schulung des Pferdes zu zeigen. Alles in allem waren es für die Ritter zwei wertvolle Tage, die ihren Erfahrungsschatz bereichert haben.
Als Helga Berrenrath Jean Claude am nächsten Tag zum Flughafen begleitete, lächelte Jean Claude zum Abschied und sagte: „Vergiss nicht, liebe Helga, mir meine Raubritter zu grüßen. Ich freue mich, sie im nächsten Jahr wiederzusehen“. Seine Ritter? Nein, die gehören mir!!!






