Üben Sie alle Leinenhaltungen und Griffe für die Wendungen von ANFANG an genau und korrekt Später umzulernen, ist wesentlich schwieriger, als sich diese Bewegungsfolgen gleich richtig einzuprägen.

Alle Leinenhaltungen und Griffe lernen Sie unbedingt zuerst an einem Fahrlehrgerät und nicht etwa mit der Fahrkandare am Pferdemaul.

Am Anfang sollten Sie – wenn möglich – einige Einzelstunden bei einem lizenzierten Fahrlehrer nehmen.

Als Vorübung verfeinern Sie das Gefühl für die Hände, indem Sie jeden einzelnen Finger durchfühlen. Wenn Finger Schwierigkeiten machen, besonders oft bewegen!

Wenn Sie sich verkrampfen, wenden Sie die nachstehende Entspannungs-übung an:

Ziehen Sie Ihre Schultern in Richtung der Ohren. Dabei atmen Sie tief ein. Halten die Luft und diese Stellung etwa 4 – 5 Sekunden ein. Danach wieder ausatmen und die Schultern fallen lassen. Diese Übung mehrmals wiederholen. Sie werden sehen, dass Sie sich entspannt haben.

Die gleiche Übung sollten Sie auch anwenden wenn Sie müde und/oder abgespannt sind. Sie kommen wieder in Form.

Wenn Sie Leinenhaltungen und Griffe nicht genau verstehen, fragen Sie unbedingt sofort beim Lehrer nach.

Es hat sich bewährt die einzelnen Schritte mit einem Selbstgespräch immer wieder zu wiederholen. Das Selbstgespräch sollte am Anfang laut geschehen.  Wenn ein Fortschritt erfolgt ist, bitte dann das Gespräch lautlos für Sie selbst – aber unbedingt – führen.

Fahrlehrgerät mit Erfinder Ekkerhard EnkeFühren Sie anfangs immer die Griffe am Fahrlehrgerät unter Aufsicht des Lehrers aus. Fragen Sie, ob Sie alles richtig ausgeführt haben.

Wenn, z. B. eine Wendung das erste Mal richtig ausgeführt wurde, bitten Sie den Lehrer um eine kleine Pause. In dieser Pause verinnerlichen Sie den neuen Gefühlseindruck so intensiv wie möglich in Ihrem Gedächtnis. Sie spüren dann die Haltung der Hände, mit den jeweiligen Fingern die Leinen und weiter jeden Griff mit dem die Wendung ausgeführt wird.

Halten Sie diese Gefühlseindrücke in Ihrem Gedächtnis so tief wie möglich fest.

Beispiel: 
Haben Sie für eine Rechtswendung die Leinen verkürzt, dann lassen Sie sich einen Moment Zeit und spüren, so genau Sie können, was Sie in Ihrer rechten Hand fühlen, nachdem Sie auf der rechten Leine vorgegriffen haben. Empfinden Sie wie Sie dann die linke Hand nach vorwärts-abwärts drehen, wie Sie nachgeben und dann die rechte Hand nach innen um den Peitschenstiel eindrehen. Schliesslich spüren Sie wie die Hände wieder in ihre Ausgangsstellung zurück gehen und wie Sie dann die Leinen, weil vorher verkürzt, wieder verlängern.

Auch das dazugehörige Bild muss man sich einprägen:  Wie die linke Hand nach vorwärts-abwärts abkippt – so, dass Sie die Fingernägel sehen können und wie es aussieht, wenn die rechte Hand eingedreht angenommen wird.

Danach müssen die neu gelernten Griffe für die Wendung in der Vorstellung noch einmal intensiv in Gedanken durchgespielt werden. Diesmal  o h n e  die Leinen in der Hand zu halten. Den Lehrer kann man zu diesem Zweck ohne weiteres um eine kleine Pause bitten.

Man muss für sich selbst herausfinden, ob einem die Vorstellung besser mit offenen oder geschlossenen Augen gelingt.

Etwaige Korrekturen des Lehrers wie – zuerst links nachgeben und dann rechts annehmen nehmen Sie in Ihr Selbstgespräch mit auf.

Dieses Selbstgespräch reduzieren Sie zuletzt auf eine Kurzform wie:
„links“  -  eindrehend nachgeben -  „dann rechts“  - eindrehend  a n n e h m e n d –

Das Selbstgespräch führen Sie – bei Einzelstunden auf jeden Fall – zuerst vor dem Lehrer laut und später stumm, bzw. in Gedanken durch. Sie wenden es an, bis es überflüssig geworden ist, weil die Handgriffe automatisch ausgeführt werden.

Sagen Sie beim Selbstgespräch  i m m e r  , was Sie tun und  n i c h t , was Sie nicht tun wollen, oder was Sie gerade falsch ausführen.

Sie üben später all dies noch einige Male mental ohne Lehrer und Sie stellen sich ganz genau vor, wie das Gelernte sich angefühlt und ggf. ausgesehen hat.

Nach diesem Training – Sie werden erstaunt sein – wie das Ganze jetzt hervorragend in der Praxis klappt.

Nach Beendigung des theoretischen Teils des Unterrichts, bitten Sie Ihren Lehrer beim praktischen Fahren zu sagen, ob die Leinenführung und die Griffe für entsprechende Wendungen richtig sind, falls er nicht von selbst korrigierend eingreift.

Etwaige Korrekturen nehmen Sie in Ihr Selbstgespräch mit auf.

Beim praktischen Fahren ist es durchaus möglich das Selbstgespräch laut zu führen. Ihr Lehrer soll dann Ihre Aussagen überwachen und sie mit Ihnen zusammen korrigierend sinnvoll gestalten.

Es ist durchaus üblich und – für einen guten Lehrer keine Belästigung – wenn von Seiten des Schülers bei jeder Unsicherheit eine Frage an den Lehrer geht. Dies ist auf jeden Fall besser, weil sich Fehler sehr schnell einschleichen und sich verfestigen. Sie sind in der Entstehung leicht auszumerzen.                                    


WICHTIG:  
Wann immer Sie etwas nicht ganz genau verstanden haben, fragen Sie sofort beim Lehrer nach !

Wenn nun das Gelernte in der Praxis schon gut funktioniert, kommen neue Erfahrungen und Eindrücke hinzu.
Wie die Pferde in die Wendung gehen und dann den Wagen allmählich wieder gerade aus der Wendung herausziehen.

Diese neuen Eindrücke nehmen Sie auch wieder in Ihr geistiges Training auf.

Sollten in der Praxis an einer Stelle Schwierigkeiten auftreten, dürfen Sie den Lehrer jederzeit darum bitten, dass er die Pferde kurz übernimmt und Ihnen dabei die entsprechenden Übungen zeigt.
Vor allem dann, wenn das Gespann vorher schon von einigen Lehrgangsteilnehmern gefahren worden ist. Er hat dabei die Möglichkeit, sie wieder an die Hilfen zu bekommen um damit dem Schüler zu helfen.


MERKE:

In Gefahr ist jeder Griff erlaubt. 

Nach dem System Achenbach kann aber auch in Gefahrensituationen richtig reagiert werden, wenn die Griffkombinationen richtig eingeübt worden sind.

Zur sicheren Anwendung soll diese kleine Anleitung beitragen !

 

Günter Ehbauer, Fahrlehrer FN – Trainer A
VFD Übungsleiter-Fahren

Weglehnerstr. 31, 91732 Merkendorf
0170-3562700

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Pro Einspänner e. V.


Dieses Heft wurde von Horst-Günter Ehbauer
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