Foto: Marc Rühl

Antje Imdahl - IMPFEN


Eine Entscheidung im Verantwortungsbewusstsein für das Tier

Das Thema „Impfen“ beschäftigt Tierhalter wie Tierärzte sowie Forschungsinstitute und die Pharmaindustrie stets durch neue kontroverse Diskussionen aufgrund langjähriger und neu gewonnener Erkenntnisse. Jedoch wird dabei häufig die Frage nach dem Wohl des Tieres außer Acht gelassen, nicht selten wegen wirtschaftlicher Faktoren oder festgefahrener Meinungen.

Welche Informationen brauchen Tierarzt und Tierbesitzer ?

Bevor ein Tier geimpft wird, sollte man sich bewusst machen, dass damit
ein Eingriff in den Organismus erfolgt, mit dem dieser bei jeder Impfung aufs Neue zurechtkommen muss. Welche Impfung anzuraten ist, ergibt sich durch Klärung der Fragen nach der Art der Impfung, möglicher Kombination einzelner Wirkstoffe, Grundimmunisierung, Impfungs- Wiederholungen und ihrer jeweiligen nötigen Abstände sowie der Dauer der Immunisierung.

Wie oft sollte ein Tier geimpft werden ?

Katzen, Hunde und Pferde werden meist nach vorgegebenen, empfohlenen Plänen geimpft. Dabei steht die Grundimmunisierung im Vordergrund, weitere Impfungen werden in verschiedenen Abständen empfohlen. Interessant ist, dass die Impfempfehlungen in den USA, in denen genauso wie hier ständig weitergeforscht wird, teilweise von den hiesigen variieren. Die Ursache ist in Untersuchungen zu finden, die über den Zeitraum jeweiliger Immunisierungen bei Pferden, Katzen und Hunden nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgten. Bekannt ist inzwischen, dass es Impfungen gibt, die in weiteren Abständen - als bisher empfohlen - vorgenommen werden könnten, da der Organismus die notwendigen Informationen über diesen Zeitraum oder sogar noch länger speichern kann.

Schützt eine Impfung mein Tier in jedem Fall ?

Eine Impfung bedeutet nicht notwendigerweise einen Schutz gegen die zu befürchtende Erkrankung. Es gibt viele Beispiele, die einzelne Arten von Impfungen in Frage stellen. Betrachtet man die Impfung gegen Pferde-Influenza, bei der sich die Viren laufend ändern, ist es nicht möglich, einen wirklich aktuellen Impfschutz zu gewährleisten!
Die Impfung gegen Herpes zeigt sich aus eben diesen Gründen als fraglich.
Die Leptospirose Impfung bei Hunden verhindert nicht unbedingt eine Erkrankung, da es in Deutschland einen Impfstoff gegen nur zwei Arten der Leptospiren gibt, die Hunde sich aber durchaus durch andere Arten infizieren können.
Auch andere Gründe können für den Tierhalter gegen eine Impfung sprechen:
Bei Katzen hat man in der Retrospektive festgestellt, dass diese sehr empfindlich auf Impfungen reagieren können in Bezug auf die Einstichstelle/n. An diesen kann es zur Bildung eines Sarkoms kommen, was in der Häufigkeit von 1-3,6 Fällen pro 10.000 Impfungen angegeben wird.

Abwägung von Nutzen und Risiken einer Impfung

Es ist stets eine sehr schwierige Entscheidung, ob und wogegen man sein Tier impfen lassen soll. Als Tierhalter muss man sich darüber bewusst sein, dass man die Verantwortung für das größtmögliche Wohlergehen seines Tieres hat. Dazu gehört die Abwägung des Nutzens einer Impfung gegenüber eventuellen möglichen Impffolgen genauso wie die Überlegung über eventuelle gesundheitliche Schäden beim Tier, falls es ohne Impfung erkranken sollte.

Wichtig und entscheidend ist für diese Erwägungen:

a) Der Impfstoff und die möglichen Erkrankungsformen und –verläufe
Es ist zu erkennen, dass ein möglicher Impfschutz von vielen einzelnen Faktoren abhängig ist, genauso wie die Art und Zusammensetzung der Impfstoffe und ihrer Auffrischungen. Es gibt Impfungen, die zum Wohl des jeweiligen Tieres unerlässlich sind, genauso wie Impfungen, die optional eingesetzt werden sollten.
Grundsätzlich zu empfehlen sind die Grundimmunisierung eines Tieres sowie die Impfung gegen Tetanus.
Leider treten in einzelnen Fällen Impffolgen auf, auf die der behandelnde Tierarzt den Tierhalter hinweisen wird, genauso wie auf die Berücksichtigung einer „Schonfrist“ des Tieres, bevor es wieder körperliche Anstrengungen meistert.

b)    Die individuelle Beurteilung der Impfsituation

      Individuell beurteilt werden müssen dabei

  • das Alter des Tieres,
  • sein Allgemeinzustand
  • mögliche Immunschwächen
  • die hygienischen Verhältnisse
  • das Umfeld
  • eventuelle Trächtigkeit
  • Wechsel der Örtlichkeiten
  • aufgetretene ansteckende Krankheiten oder gar Seuchen
  • gesetzliche Impfvorschriften
  • zu erwartende Teilnahmen an Ausstellungen oder Turnieren
  • geplante Auslandsaufenthalte


Achtung:

Eventuelle Folgen einer Impfung sind nicht immer sofort ersichtlich und werden nicht  unbedingt auf diese zurückgeführ.!

c) Mögliche Folgen von Impfungen

Der Tierhalter sollte sich bei den Abwägungen von Nutzen und Risken einer Impfung auch darüber bewusst sein , dass es zu unerwünschten Impffolgen kommen kann:

  • anaphylaktischer Schock( muss sofort durch den Tierarzt behandelt werden!)
  • Ödeme, Hauterkrankungen (z.B. Jucken, Follikel, Entzündungen des Unterhautfettgewebes
  • oder der Blutgefäßwände)
  • Fieber
  • Diarrhoe, Vomitas
  • Nervenentzündungen
  • Encephalitis (Hirnentzündung), Krämpfe
  • Lähmungserscheinungen
  • Leberentzündung
  • Autoimmunerkrankungen
  • Sarkom (Tumor) an der Impfstelle
  • psychische Veränderungen

Wie kann der Organismus optimal auf eine Impfung vorbereitet werden ?

Will man sein Tier impfen lassen, so ist es ganz wichtig ,bereits im Vorfeld die Entwicklung eines ausgezeichneten Immunsystems des Tieres zu fördern .

Der Tierheilpraktiker kann dazu wertvolle Unterstützung durch Beratung und Behandlung leisten.

So ist eine möglichst dem Naturell des Tieres entsprechende Unterbringung besonders förderlich. Bewegungsmöglichkeiten, eventuelle Spielmöglichkeiten und gemeinsam verbrachte Zeit mit viel Zuneigung sind für Tiere ebenso wichtig wie für Kinder, um ihr seelisches Wohl zu unterstützen und damit auch wiederum ihr Immunsystem. Seele und Körper bilden eine Einheit und funktionieren nur ungestört, wenn beide Teile gesund sind.

Auch die Fütterung spielt eine wichtige Rolle !
Eine artgerechte gesunde Fütterung ist genauso unerlässlich für den guten Gesundheitszustand eines Tieres. Hierbei ist besonders auf chemische Zusätze oder Duftstoffe oder Lockstoffe zu achten, wenn man fertige Futtermischungen kauft. Zuckerzusätze sind unnötig und machen das Tier schnell krank. Häufig kommt es auch zu Futtermittelunverträglichkeiten, die behandelt werden müssen. Es entstehen Stoffwechselerkrankungen, die das Immunsystem belasten.

Wie kann ich meinem Tier bei auftretenden Impffolgen helfen ?

Sollten sich nach einer Impfung Folgeerscheinungen zeigen, so können der Tierarzt oder der Tierheilpraktiker mit der Behandlung beauftragt werden. Bei Verdacht für Folgeschäden und spätestens bei den ersten Anzeichen sollte der Tierarzt oder der Tierheilpraktiker eingeschaltet werden. Der Tierheilpraktiker wird das Tier untersuchen und dann behandeln.

Wichtige Arzneimittel bei Impfschäden sind zum Beispiel Hepar sulfuris, Ledum, Lyssinum, Mercurius, Rhus toxicodendron, Silicea, Sulfur, Thuja. Mit Hilfe eines individuell ausgewählten Arzneimittels wird  das betroffene Tier schnell wieder gesunden.

Hilfreich können dabei auch Heilverfahren wie die Akupunktur, die Meridianbehandlung oder die Farblichttherapie sein. Welches Verfahren zur Behandlung angewendet wird, entscheiden Tierhalter und Tierheilpraktiker je nach Fall gemeinsam.

Welche Impfung ist für mein Tier wichtig ?

Wer vor der Entscheidung zur Impfung seines Tieres steht, sollte sich beim Tierarzt nach den aktuellsten Impfempfehlungen erkundigen und danach, welche Impfungen optional empfohlen werden. Auch der Impfstoff ist für Wirkung und Schutzdauer wichtig. Vergessen sollte man auch nicht, dass manche Impfungen einen Schutz für die Menschen im Umfeld des Tieres geben, man denke z.B. an die Tollwut.

Worauf muß ich als Tierbesitzer achten ?

Zur Entscheidung für oder gegen eine Impfung gilt grundsätzlich:
Eine artgerechte, gesunde Haltung und Fütterung fördert das Immunsystem unserer Haustiere und verringert damit das Risiko möglicher Impfschäden.
In jedem Falle sollte eine individuelle Beurteilung des zu impfenden Tieres unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes sowie äußerer Faktoren( z. B. Risikogebiet, gesetzliche Vorschrift, Reise ) erfolgen.
Der Tierhalter muss eine verantwortungsbewusste Entscheidung treffen, er ist verantwortlich für sein Tier.