Foto: Marc Rühl

Pferdekauf: Besser schriftlich!

Dr. Martin Rademacher


Manche Ratschläge für den Pferdekauf eignen sich vor allem für den Käufer, die anderen sind gerade für den Verkäufer eines Pferdes zu befolgen. Ein Rat jedoch ist gleich wichtig für beide Seiten des Kaufgeschäfts, nämlich der, den Pferdekaufvertrag unbedingt schriftlich abzuschließen.

Früher wurden Pferde per "Handschlag" verkauft und auch heute noch kann ein Pferd wirksam verkauft werden, ohne daß ein schriftlicher Kaufvertrag von den Parteien unterzeichnet wird. Entscheidend ist nur, daß sich Käufer und Verkäufer über ein bestimmtes Pferd und einen bestimmten dafür zu zahlenden Kaufpreis einig werden. Dafür genügt immer noch der mündliche Kaufvertrag.

In heutigen Zeiten empfehle ich aber unbedingt die Abfassung eines schriftlichen Kaufvertrages. Der Vertragstext muß nicht immer lang und kompliziert sein. Auch heute reicht es, daß der Kaufvertrag die Vertragsparteien, nämlich Käufer und Verkäufer eindeutig bezeichnet, das Pferd und den Kaufpreis.

Mit einem solchen kurzen schriftlichen
Kaufvertrag jedenfalls ist schon einmal ein Problem ausgeschaltet, nämlich daß der Käufer am Ende gar nicht weiß, von wem er denn das Pferd eigentlich gekauft hat. In der Praxis gibt es zahlreiche Fälle, in denen Unklarheit darüber besteht, wer Verkäufer eines Pferdes war. Es kann inzwischen sogar als Methode von bestimmten "Händlern" bezeichnet werden, später zu behaupten, sie seien eigentlich nur Vermittler gewesen und der Käufer solle sich mit seinen Gewährleistungsansprüchen an den Vorbesitzer halten. Dann stellt sich heraus, daß dessen Adresse unbekannt oder er selber insolvent ist. Der Pferdekäufer sitzt dann zwischen zwei unbe-quemen Stühlen, was er durch einen schriftlichen Kaufvertrag mit klarer Bezeichnung der Vertragsparteien erst einmal vermeiden kann.

Aber auch für den redlichen Pferdeverkäufer empfiehlt sich der schriftliche Kaufvertrag. Er kann darin die Eigenschaften des Pferdes beschreiben, auch deutlich sichtbare oder ihm bekannte Mängel des Pferdes dokumentieren und so seine spätere Haftung begrenzen, ohne daß es noch einmal Streit über die Verkäuferaussagen vor dem Vertragsschluß gibt. Der Verkäufer kann in den rechtlichen Grenzen die Gewährleistung ausschließen und so spätere Auseinandersetzungen sparen.

Für beide Parteien bietet der sorgfältig erstellte schriftliche Kaufvertrag auch den Vorteil, daß sie besondere Absprachen klar und beweiskräftig regeln können. Zudem zeigt die Erfahrung, daß die überlegte Abfassung eines Kaufvertrages beide Parteien zwingt, sich darüber klar zu werden, was sie tatsächlich regeln wollen und wofür sie einstehen wollen.

Nicht unbedingt zu empfehlen sind vorgedruckte Vertragsmuster. Soweit ich sehe, ist kein Vordruck auf dem Markt, der der Rechtsprechung in allen Belangen Stand hälft. Aber immerhin können solche Vordrucke den Vertragsparteien einen fast vollständigen Überblick über die zu regelnden Punkte geben.
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