Die Reiterliche Vereinigung e.V. bietet einen Grundkurs Bodenschule „Wahres Reiterglück beginnt am Boden“ an. In diesem Kurs geht es um den praktischen Umgang mit dem Pferd, Übungen am Boden und die Vermittlung des theoretischen Wissens zum Pferdeverhalten. Nach abgeschlossenem Lehrgang (30 Stunden a 45 Minuten) erhalten die Teilnehmer vom Ausbildungsleiter im Auftrag der FN das Zertifikat „Teilnahme am Grundkurs Bodenschule“. Der Kurs richtet sich an alle Altersgruppen, ist also nicht speziell auf Kinder ausgerichtet. 

Steffi Schade bietet "Horsemanship for kids " für zwei Altersgruppen an: Für Kinder von 9 bis 13 Jahren und Teenager von 13 bis 16 Jahren. Die Kurse mit einer Gruppenstärke von bis zu 8 Kindern werden für die „Kids“ mit Schulpferden durchgeführt; die Teenager bringen ihre eigenen Pferde mit.

Kinder, die reiten lernen möchten, werden immer jünger. Es gibt mittlerweile Reitschulen, die sich auf die Zielgruppe „Kindergartenkinder“ spezialisiert haben. Hier steht in erster Linie nicht Reiten lernen oder Horsemanship auf dem Stundenplan. Es geht vielmehr um das Vermitteln von Gefühl, von einem Gespür für Pferde. „Kinder unter 9 Jahren sind in aller Regel zu jung für all die Inhalte, die in einem Horsemanshipkurs vermittelt werden. Ihnen fehlen in diesem Alter noch die kognitiven und motorischen Fähigkeiten“, so Steffi Schade. „Allerdings ist kein Kind wie das andere. Es gibt sicher Kinder, die sind auch mit sieben Jahren in der Lage, an einem Horsemanshipkurs für Kinder teilzunehmen.“ Die Teilnahme an einem „Horsemanship for kids“ Kurs ist kein Freifahrtsschein für Kinder, nun bedenkenlos mit jedem Pferd umgehen zu können. „Wie gesagt, die Pferde, die wir für diese Kurse einsetzen, sind gut erzogen und haben Respekt vor Menschen“, betont Steffi Schade. „Mit ihnen können auch Kinder gut umgehen. Mit respektlosen Pferden sind Kinder in aller Regel überfordert – auch nach einem Kurs. Nach einem Reitwochenende mit Longenstunden und Abteilungsreiten kann ja auch niemand behaupten, er könne nun reiten“, gibt sie zu bedenken. Im Umgang mit dem Pferd brauchen Kinder stets die Unterstützung von Erwachsenen. Wie viel Hilfe ein Kind benötigt, ist abhängig von seinen reiterlichen Fähigkeiten, seinen Kenntnissen im Umgang mit Pferden, aber auch von seinem Charakter. Ein ängstliches Kind benötigt wahrscheinlich mehr Zuspruch, während temperamentvolle, forsche Kinder hin und wieder eher gebremst werden müssen. Steffi Schade empfiehlt Erwachsenen: „So viel Unterstützung wie nötig und so wenig wie möglich.“

Auch das Pferd spielt eine Rolle: Mit einem gut erzogenen, respektvollen Pferd kommen Kinder selbstverständlich besser zurecht und benötigen weniger Hilfe als mit einem Pferd, das keinen Respekt vor Menschen zeigt. Solche Pferde sind für Kinder gefährlich. Kinderfreundliche Pferde gibt es nicht. Entscheidend ist Erziehung und Respekt.