37°: 400 Kilometer für ein Fohlen 

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Der Tod wartet in Italien

Auf einer Fohlenauktion im Allgäu werden die Jungtiere zum Verkauf angeboten.
© ZDF / Manfred Karremann

 

Beitrag von Von Ursula Gnadl

 

Die Zuchtauslese und Fohlen, die nicht mehr gut für den Streichelzoo sind, machen den Großteil davon aus. Karremann scheut sich nicht davor, in Schlachthöfe zu gehen. Trotzdem zelebriert er die darin herrschende Grausamkeit in der Reportage nicht. Für den Filmemacher steht fest: 'Der Umgang, der dort mit Pferden herrscht, ist nicht zu tolerieren.' Und er schafft es, die Thematik auch ohne schockierende Bilder zu transportieren.

 

Tierschützer haben in den letzten Jahren zahlreiche Fohlen freigekauft. Die Kapazitäten sind bald erschöpft, und es bedarf neuer Ansätze, die '37°' sucht.

 

Potenzielle Käufer können die Fohlen beim Schaulaufen begutachten. © ZDF / Manfred Karremann

 

Viel wurde bereits erreicht, vor allem in Bayern wurde die Zucht reduziert. Doch immer noch gibt es oft auf Ferienhöfen unkontrollierte Vermehrung. 'Nicht jeder Ferienhof braucht jedes Jahr ein Fohlen', ist sich Karremann sicher. Denn auch der Freikauf stößt irgendwann an seine Grenzen und kann schnell ins Negative kippen.

Nicht nur Tierschützer, auch Privatpersonen, die ein Pferd wollen, greifen auf Schlachtkandidaten zurück. So auch das Pärchen aus dem Schwarzwald, das der Dokumentarfilmer begleitet. Sie entscheiden sich für ein Schlachtfohlen.

 

Karremann appelliert mit seinem Beitrag an alle, die erwägen, sich ein Pferd anzuschaffen, auch solche Tiere nicht zu vergessen.

 

Trotz aller Kritik verurteilt die Dokumentation weder Züchter noch Fleischgenuss. Ein Gasthaus, das Gerichte mit Fohlenfleisch serviert, wird vorgestellt, ebenso eine Edelzucht, die ihre Fohlen hegt. Doch Karremann möchte trotzdem etwas ändern: 'Ich hoffe immer, dass sich etwas zum Positiven wendet.' Mit seinen Filmen und jahrelanger Hartnäckigkeit hat er bereits viel erreicht: Die Subventionen für Schlachttiertransporte wurden gestrichen, und es gibt ein Embargo im Handel mit Hunde- und Katzenfellen. 'Ich mag eher das Konstruktive und nicht die Leute aufeinander hetzen', so der engagierte Journalist und Tierfreund. Ein probates Lösungskonzept müsse her: 'Können alle leben? Ich glaube das nicht', sagt der Journalist. Er fände es aber eine ehrliche Lösung, das Problem nicht nach Italien zu verschieben. Mögliche Ansätze wären, die Zucht einzudämmen, und die regionale Vermarktung zu stärken. Das gelte aber nicht nur für Fohlen, sondern für alle Tiere.